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Offizielles quantitative easing oder Zusammenbruch der Eurozone?

Die schlechten Nachrichten für die Eurozone reißen nicht ab. Ein Land nach dem anderen wird in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft, wie aktuell Belgien, Ungarn und Portugal, und die Zinsen auf ihre Staatsanleihen stiegen auf Rekordhöhen. Spanien hat die Auktion ihrer dreijährigen Anleihen abgesagt, zu peinlich wäre ein Desinteresse der Märkte. Italien musste für sechsjährige Anleihen 6,5 Prozent zahlen, für eine zweijährige Anleihe sogar einen Zins von 7,8 Prozent. Höhere Zinssätze wurden seit Einführung des Euro noch nie von Italien verlangt, teilt die Zentralbank mit.


Die Märkte warten darauf, bis Merkel einknickt und Eurobonds und ein Aufkaufprogramm von Anleihen der Pleiteländer durch die EZB zustimmt. Frankfurt kauft jetzt schon “heimlich”, denn sonst wären die Zinsen für Italien zum Beispiel noch höher.

Während die europäischen Banken die Möglichkeit des Auseinanderbrechens der Eurozone immer noch für unmöglich halten, hat die britische Bankenaufsicht alle Banken angewiesen, sich auf das Ende des Euro vorzubereiten. Andrew Bailey sagte vergangene Woche in London: „Wir dürfen den Fall nicht ausschließen, dass es zu einem ungeordneten Austritt einzelner Staaten aus dem Euro kommen wird.“

Solche Pläne sollte wohl jeder in der Schublade haben, wenn man sich das Chaos anschaut. Jeden Moment kann der Euro sich in Luft auflösen. Laut Gerüchten muss die amerikanische FED EFSF – Bonds für 200 Milliarden Euro kaufen und nächstes Jahr nochmals für 100 Milliarden. Es will sie ja sonst keiner. Ihr Interesse ist es den Dollar schwächer und den Euro stärker zu halten.

Wie man aus einem Euro 8 macht und aktuelle Zahlen und Daten

Die Tinte unter dem EFSF Vertrag für die Haftungssummen der einzelnen Länder ist noch nicht einmal trocken und es wird schon diskutiert wie man den Fonds weiter Aufstocken kann, den die zur Verfügung stehende Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um Spanien und Italien auch noch retten zu können Da die Zustimmung der Länder wohl sehr schwierig zu bekommen wäre, ist eine auf den ersten Blick geniale Idee auf das Packet gekommen. Der EFSF bekommt eine Banklizenz und deklariert den Bürgschafts Betrag den man im Rahmen des EFSF bekommen hat als Eigenkapital. Bei einer Eigenkapitalquoten von 12,5% könnte diese neue Bank nun Fremdkapital für 700 Milliarden Euro aufnehmen und so könnte der EFSF für 800 Milliarden Euro Staatsanleihen kaufen.


Bei dem bisherigen Verfahren konnten für angenommene 100 Milliarden Euro Garantiesumme, welche die Euro-Länder an Garantien dem EFSF gegeben haben, maximal 100 Milliarden zum Kauf von Staatsanleihen leidender Euro-Länder ausgegeben werden.
Das klingt auf den ersten Blick nach einer guten Idee, weil die Summe, für die Deutschland, die Niederlande, Österreich und andere Länder haften müssen, nicht weiter erhöht werden müsste.
Doch das Ausfall-Risiko steigt! Die Summe, die Länder über neue Staatsschulden und damit Steuern bezahlen muss, steigt auch um den Faktor acht!

Dazu eine Modell-Rechnung: Die Länder garantieren mit 100 Milliarden Euro und der Fond nimmt 700 Milliarden Fremdkapital auf. Der EFSF könnte nun für 800 Milliarden Euro Staatsanleihen kaufen. Das Fremdkapital würde im Falle eines Zahlungsausfalls vorrangig vor den als Eigenkapital dienenden Bürgschaften verbraucht werden. Wäre das nicht der Fall, dann gebe es für die Kapitalgeber gar keine Absicherung und sie könnten das Geld auch direkt Griechenland, Portugal & Co leihen.
Fällt nun von den Krediten ein Achtel wegen Pleite und / oder Haircut aus, bei Griechenland sprechen wir inzwischen von einem Ausfall von der Hälfte, dann würde der EFSF nur noch für seine ausgeliehenen 800 Milliarden Euro einen Betrag von 700 Milliarden zurückerhalten. Der Verlust von 100 Milliarden würde aber vorrangig von den Bürgen getragen. Das heißt die Bürgschaft wäre in ihrer vollen Höhe fällig zu stellen.

In dem bisherigen Modell (Haircut um 12,5 Prozent) würden die bürgenden Steuerzahler von 100 Milliarden Euro lediglich 12,5 Milliarden Euro in Realität bezahlen müssen. In dem gehebelten Modell wären die kompletten 100 Milliarden Euro fällig.
Alles in allem also gehebelter Wahnsinn, elegant verpackt!

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im August überraschend stark um
3% im verglichen zum Juli 2011 zurückgegangen. Analysten hatten nur mit einem Minus von 0,5% gerechnet.

Die Inflationsrate in der Eurozone betrug im September 2011 genau 3%. Im August 2011 waren es “nur” 2,5% gewesen. Man sieht daran sehr gut, daß die Inflation von der Entwicklung der Geldmengen getragen wird. 
Der Zusammenhang ist der, daß die Preise für eine bestimmte Menge an Gütern steigen muß, wenn die dazugehörge, im Umlauf befindliche Geldmenge zunimmt.
Wir laufen nun also mit steigenden Inflationsraten in den nächsten Abschwung hinein. Das ist eine eher seltene, aber dafür besonders explosive Mischung. 
Normalerweise müssten die Preise bei wirtschaftlicher Schwäche ja sinken, weil die fallende Nachfrage den Wettbewerb untereinander verstärkt, die Rohstoffe unter Druck kommen und von der Lohnseite her, durch die steigender Arbeitslosigkeit) ebenfalls keine Gefahren nach oben kommen.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im September 2011 dafür etwas aufgehellt. Wenn man die aktuellen Zahlen zum Monat Septmber betrachtet ging es von 55,7 im August auf 59,4 Punkte nach oben. Die Amerikaner sind eben unverbesserliche Optimisten und die Stimmung der Verbraucher ein extrem wichtiger Faktor, wenn man bedenkt, dass der private Verbrauch etwa 70% der US-Wirtschaftsleistung ausmacht.


Und zum Schluß noch einige Zahlen, die den Kampf der Schweizer gegen den starken Franken dokumentieren. Die Devisenanlagen (also alle in ausländischen Währungen gehaltenen Gelder) der Schweizerischen Nationalbank (SNB) alleine im August 2011 im Zuge des Kampfes gegen den Anstieg des Franken von 189 Milliarden auf rund 281 Milliarden Franken zugenommen. Das sind über 92 Mrd. Franke in nur einem einzigen Monat! 
Wenn man das auf ein Jahr hochrechnet, dann reden wir etwa über 1 Billion, die so nur über diesen Weg zusätzlich ins System kommt, denn die SNB muß ja diese Franken zusätzlich drucken, um damit beispielsweise Euros erwerben zu können.

 Weiters teilte die SNB mit, daß sich als Folge der Eingriffe, ihre Bilanz von 249,6 Milliarden auf 365,6 Milliarden Franken ausgeweitet habe.

Gold is Money. Everything else is credit

Gold is money. Everything else is credit. -J.P. Morgan, testifying to Congress in 1912.

Das Treffen von Merkel & Sarkozy enttäuschte diejenigen, die sich erhofft hatten, dass Deutschland der Vergrößerung des EFSF oder der Einführung von Eurobonds zustimmen würde. Gestern wurde bekannt, dass sich eine große europäische Bank 500 Millionen Euro bei der EZB zu 1,1% geliehen hat – das schürte Ängste in den Märkten, dass es ein Liquiditätsproblem geben könnte.

Die finnische Regierung machte auf sich aufmerksam, indem sie Griechenland aufforderte, Sicherheiten für finnische Hilfszahlungen an Griechenland zu hinterlegen. Man muss sich das einmal vorstellen – und was, wenn das Schule macht und auch andere Länder Sicherheiten verlangen? In Deutschland brannten wieder hunderte Luxusautos aus Protest gegen “reiche Säcke”. Das Ergebnis all dessen ist ein massiver Rückgang an den Aktienmärkten, steigende Zinsen an den Bondmärkten und steigende Gold- und Silberpreise. Weiterlesen