Downgrades, schlechte Wirtschaftsdaten und FED Ankündigung entäuscht

Anfang der Woche hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) das Kreditrating für Italien abgesenkt. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonität Sloweniens und Madeiras um eine Stufe auf Aa3. Als Begründung gibt man die steigende Staatsverschuldung sowie wachsende Probleme im Unternehmens- und Finanzsektor an. Der Ausblick ist negativ.
Moody’s hat vor einigen Tagen auch die Kreditwürdigkeit einige Banken aus den USA nach unten gestuft. Betroffen waren die Bank of America, Wells Fargo und die Citigroup. Hier ist die Begründung, das es fraglich ist, ob der amerikanische Staat bei weiteren Schwierigkeiten noch einmal unterstützend eingreifen kann.
S&P stufte auch die Bonität von 7 italienischen Banken herunter, der Ausblick von 15 italienischen Banken wurde auf “negativ” gesetzt. Die Begründung lautet, das die Risiken für die Geschäfte erheblich zugenommen hätten.


Diese Downgrades schmerzen in der aktuellen Lage, da es noch schwieriger und teurer wird Geld zu beschaffen. Weiters werden durch den der Vertrauensverlust auch Gelder abgezogen. Letzte Woche hat Moody’s ja schon die französische Credit Agricole und Societe General herabgestuft, woraufhin Siemens diese Woche über 500 Millionen Euro Guthaben von den französischen Banken zur vermeintlich sichereren Europäischen Zentralbank (EZB) transferiert.

Die Eurozonenwirtschaft als Ganzes betrachtet schrumpft. Der Einkaufsmanager-Index für die gesamte Privatwirtschaft im Euroraum fiel im September 2011 auf nur noch 49,2 Zähler – von 50,7 im August. Der weitere Ausblick ist negativ und Werte unter 50 zeigen ein Schrumpfen an.

Wir laufen also relativ schwach, unflexibel und überschuldet in den nächsten Abschwung hinein, denn genau auf das deuten alle aktuellen Konjunkturzahlen hin. Der viel beachtete ZEW Index brach zum Beispiel im September 2011 um weitere 5,7 Punkte auf minus 43,3 ein. Hier werden regelmäßig 400 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Marktentwicklung für Deutschland befragt

Die Situation ist kritisch! Die Bankenverluste scheinen viel höher zu sein als 2008. Auf der anderen Seite sind die Staaten, die damals mit riesen Banken – Bailouts eingreifen konnten selber angeschlagen und kämpfen mit eigenen Schuldenbergen und Liquiditätsproblemen.

EZB Chef Jean-Claude Trichet hält die aktuelle Krise für prekärer als den Lehman Crash 2008. An den Märkten sei das Vertrauen in die Schlüssel-Länder verloren gegangen.
Hier der Link zu einem Artikel in der Welt: Europa ist das Epizentrum dieser Krise
Wenn man auch etwas zwischen den Zeilen liest kann man folgendes herausarbeiten:
Die Bankenkrise ist heute viel umfassender als 2008, die Verluste viel höher

  • Das Epizentrum ist eindeutig in Europa und hat mit den untergehenden Staaten zu tun
  • Nicht nur die Pleitefälle Griechenland und Portugal wurden von den Märkten bereits abgeschrieben, auch bei Spanien und Italien passiert es, sowie bei den französischen Banken
  • Es ist nicht mehr Bankenkrise wegen untergegangener Hypotheken, sondern eine „Souvereign Debt Crisis“, also eine Staatsbankrott-Krise

Daher ist real keine Hilfe mehr möglich. Die Banken, die voll von Anleihen untergehender Staaten sind, gehen selbst gerade unter.

Auch die beruhigenden Maßnahmen haben immer nur mehr eine kürzere Halbwertszeit. Vom Coup der Notenbanken im Kampf gegen die Vertrauenskrise wie letzte Woche berichtet spricht schon niemand mehr obwohl die Dimension dieser Aktion enorm ist.

Diese Woche waren alle Blicke gespannt auf die Rede von Ben Bernanke am Mittwoch gerichtet. Es war anzunehmen, das die US Notenbank FED weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Märkte ankündigt, was auch geschah. Konkret wurde die Operation TWIST, der Kauf von langfristigen US Anleihen ( 6 – 30 Jährige) angekündigt. Mit TWIST 1 hat man bereits im Jahre 1961 schon einmal in diese Trickkiste gegriffen. Für TWIST 2 werden bis Mitte 2012, 400 Milliarden USD bereitgestellt. Mit diesem Schritt soll vor allem die Planungssicherheit für Unternehmen, Banken und Immobilienbesitzer auf der langen Zeitachse verbessert werden.

Der Markt hatte sich eher ein QE3 vorgestellt und entsprechend groß war die Enttäuschung.
Aktien gingen in den Keller Anleihekurse rasten nach oben. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihen liegt nun sogar schon unter 1,9%, bei den 30-jährigen US-Staatsanleihen liegen wir unter 3%. Damit möchte man natürlich auch die langfristige Schuldenlast der USA über die Zinsseite positiv beeinflussen!

Auch die Edelmetalle crashten am Freitag. Gold verlor fast 59 € auf 1226,66 € für die Unze.
Doch muss man jetzt Angst haben das Gold vielleicht in einer Blase befindet die jetzt platzt? Das und mehr, in unserem nächsten Artikel

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