Archiv für 27. November 2011

Offizielles quantitative easing oder Zusammenbruch der Eurozone?

Die schlechten Nachrichten für die Eurozone reißen nicht ab. Ein Land nach dem anderen wird in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft, wie aktuell Belgien, Ungarn und Portugal, und die Zinsen auf ihre Staatsanleihen stiegen auf Rekordhöhen. Spanien hat die Auktion ihrer dreijährigen Anleihen abgesagt, zu peinlich wäre ein Desinteresse der Märkte. Italien musste für sechsjährige Anleihen 6,5 Prozent zahlen, für eine zweijährige Anleihe sogar einen Zins von 7,8 Prozent. Höhere Zinssätze wurden seit Einführung des Euro noch nie von Italien verlangt, teilt die Zentralbank mit.


Die Märkte warten darauf, bis Merkel einknickt und Eurobonds und ein Aufkaufprogramm von Anleihen der Pleiteländer durch die EZB zustimmt. Frankfurt kauft jetzt schon “heimlich”, denn sonst wären die Zinsen für Italien zum Beispiel noch höher.

Während die europäischen Banken die Möglichkeit des Auseinanderbrechens der Eurozone immer noch für unmöglich halten, hat die britische Bankenaufsicht alle Banken angewiesen, sich auf das Ende des Euro vorzubereiten. Andrew Bailey sagte vergangene Woche in London: „Wir dürfen den Fall nicht ausschließen, dass es zu einem ungeordneten Austritt einzelner Staaten aus dem Euro kommen wird.“

Solche Pläne sollte wohl jeder in der Schublade haben, wenn man sich das Chaos anschaut. Jeden Moment kann der Euro sich in Luft auflösen. Laut Gerüchten muss die amerikanische FED EFSF – Bonds für 200 Milliarden Euro kaufen und nächstes Jahr nochmals für 100 Milliarden. Es will sie ja sonst keiner. Ihr Interesse ist es den Dollar schwächer und den Euro stärker zu halten.

Das 8. Weltwunder nach Einstein

Die meisten echten Schwierigkeiten, genauso wie die aktuellen Schuldenprobleme der Staaten, haben keine politische Ursache, sondern sind eine Folge des Zinseszins und unseres ungedeckten Papiergeldsystems.

Wir haben die Ungleichgewichte mit der Schere Arm-Reich und der Überschuldung der Staaten fast in allen Ländern weltweit, wobei sich die Dinge über Jahrzehnte hinweg jeweils unter den verschiedensten Regierungen angestaut haben.
 Egal ob bei schwarz, rot, blau, grün oder orange, egal wer an der Regierung war und völlig unabhängig von irgendwelchen Koalitionen, haben alle Regierungen eines gemeinsam fertig gebracht:

Jede Regierung und jede Koalition hat den Nachfolgern mehr Schulden hinterlassen als beim Antritt übernommen wurden. Und genau das ist das Hauptproblem. Niemand kann die stärkste Kraft des Universums, das ist laut Albert Einstein die Macht des Zinseszins, besiegen, aushebeln oder auf Dauer außer Kraft setzen. Weiter bezeichnete Einstein den Zinseszins auch als das 8. Weltwunder.

Im nachfolgenden Video erklärt Dirk Müller die Wertentwicklung einer Geldanlage von einem Euro Cent im Jahr 1 nach Christus auf Basis von 5 Prozent Zinseszins:

Übersicht der Wertentwicklung:

Jahr 1                               1 Euro-Cent
Jahr 96                            52 Euro-Cent
Jahr 142                       5,20 Euro
Jahr 189                     51,70 Euro
Jahr 236                   512,10 Euro
Jahr 297              10.000,00 Euro
Jahr 439            10 Millionen Euro
Jahr 1466          eine Weltkugel aus Gold
Jahr 1749          eine Million Weltkugeln aus Gold
Jahr 1890          eine Milliarde Weltkugeln aus Gold
Jahr 2000          200 Milliarden Weltkugeln aus Gold

Anmerkung zum Vergleich: Die Kantenlänge eines Würfels allen bisher geförderten Goldes auf der Welt beträgt etwa 20 Meter.

Obwohl sowohl Anfangsbetrag als auch Zinssatz eher niedrig sind, kommt es im Laufe der Zeit zu einem exorbitanten Vermögenszuwachs. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus all dem?

Das Beispiel mit der Verzinsung von einem Euro Cent  zeigt, dass jedes auf Zins aufgebaute System immer nur für einen gewissen Zeitraum funktionieren kann. Aufgrund des Zinsesszinseffektes kommt es in der Spätphase des Zinssystems zu einem exponentiellen Anstieg der Gesamtschulden.

Da die Entwicklung in Richtung Unendlichkeit tendiert, es jedoch keine unendlichen Schulden geben kann, bricht das System am Ende in sich zusammen.