Archiv für 25. September 2011

Kurssturz bei den Edelmetallen – Hat sich die Situation geändert?

Die Krise spitzt sich Tag für Tag zu. Börsen crashen, Bankenkurse fahren in großen Schritten in den Keller. Edelmetalle dagegen stiegen in letzter Zeit stark an, erreicht vor Wochen gar neue Rekordstände und dann kam der Freitag: Gold stürzt über 5%, Silber über 13%. – Aktienkurse dagegen erholten sich wie von Geisterhand getrieben von Ihren Tagestiefs und stiegen drastisch nach oben. Wird jetzt alles gut? Ist die Goldpreisblase geplatzt. Hat sich irgendetwas an der Weltlage verändert?


Wohl kaum! Es ist nicht vorstellbar, dass Edelmetallbesitzer plötzlich ihre Meinung geändert haben und ihre Edelmetalle ohne Limit auf den Markt geworfen haben. Wer Gold kauft, tut dies zum überwiegenden Teil aus Absicherungsgründen um die Kaufkraft seines Vermögens in die Zukunft zu retten.

Es gibt mehrere Gründe für diesen Kursturz am Freitag. Einerseits bahnt sich wieder eine Liquiditätskrise an und Händler sind gefordert in allen Assetklassen zu Verkaufen um Geld zu machen. Da fallen nach dem Kurstürzen an den Börsen am Freitag auch die Edelmetalle darunter. Andererseits sind kam es in den letzten Monaten bei den Edelmetallen zu sehr starken Kursgewinnen, die auch verdaut werden müssen. Da sind Kursrücksetzer nur gesund! Weiters erhöht CME erneut die Sicherheitsleistung (Margin) für Gold- und Silberkontrakte an der COMEX um 21,5% bei Gold und 15,6% bei Silber. Das ist die dritte Erhöhung in dieser Größenordnung innerhalb kürzester Zeit seit 11.08.2011.

Wenn man den Goldpreis in EUR set 1.10.2010 ansieht, so ist der Schaden des “Größten Goldchrash aller Zeiten”, wie der Freitag in manchen Medien bezeichnet wird relativ gering. Von 956,28 am 1.10.2011 auf 1228,15 am 23.9.2011 ist das immerhin noch ein plus von fast 30%.

01.10.2010 - 23.09.2011

Goldpreis in Euro 1 Jahr

 

 

Interessant finde ich auch den Goldpreis in EUR seit dem Jahr 2000. Können Sie hier einen Trend erkennen?

2000 - 2011

Downgrades, schlechte Wirtschaftsdaten und FED Ankündigung entäuscht

Anfang der Woche hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) das Kreditrating für Italien abgesenkt. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Bonität Sloweniens und Madeiras um eine Stufe auf Aa3. Als Begründung gibt man die steigende Staatsverschuldung sowie wachsende Probleme im Unternehmens- und Finanzsektor an. Der Ausblick ist negativ.
Moody’s hat vor einigen Tagen auch die Kreditwürdigkeit einige Banken aus den USA nach unten gestuft. Betroffen waren die Bank of America, Wells Fargo und die Citigroup. Hier ist die Begründung, das es fraglich ist, ob der amerikanische Staat bei weiteren Schwierigkeiten noch einmal unterstützend eingreifen kann.
S&P stufte auch die Bonität von 7 italienischen Banken herunter, der Ausblick von 15 italienischen Banken wurde auf “negativ” gesetzt. Die Begründung lautet, das die Risiken für die Geschäfte erheblich zugenommen hätten.


Diese Downgrades schmerzen in der aktuellen Lage, da es noch schwieriger und teurer wird Geld zu beschaffen. Weiters werden durch den der Vertrauensverlust auch Gelder abgezogen. Letzte Woche hat Moody’s ja schon die französische Credit Agricole und Societe General herabgestuft, woraufhin Siemens diese Woche über 500 Millionen Euro Guthaben von den französischen Banken zur vermeintlich sichereren Europäischen Zentralbank (EZB) transferiert.

Die Eurozonenwirtschaft als Ganzes betrachtet schrumpft. Der Einkaufsmanager-Index für die gesamte Privatwirtschaft im Euroraum fiel im September 2011 auf nur noch 49,2 Zähler – von 50,7 im August. Der weitere Ausblick ist negativ und Werte unter 50 zeigen ein Schrumpfen an.

Wir laufen also relativ schwach, unflexibel und überschuldet in den nächsten Abschwung hinein, denn genau auf das deuten alle aktuellen Konjunkturzahlen hin. Der viel beachtete ZEW Index brach zum Beispiel im September 2011 um weitere 5,7 Punkte auf minus 43,3 ein. Hier werden regelmäßig 400 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Marktentwicklung für Deutschland befragt
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Weniger Kriege durch einem Goldstandard?

Ein kurzes Video von Dominic Frisby über die Gründe, die für einen Goldstandard sprechen.

Ein Goldstandard wird nicht alle sozialen Ungleichheiten lösen oder die Flut von sinnlosen Kriegen auf dieser Welt, jedoch sollte klar sein, dass unser momentanes ungedecktes Papiergeldsystem (fiat money system) nur Vorteile für Banken, Broker, Regierungen und die Oberschicht birgt. Alle anderen verlieren durch die Inflation die alles, was noch von dem Mittelstand übrig ist, langsam zerfrisst.

It is what gives the president the chutzpah to go to war without seeking full financing or even much in the way of permission from Congress. It is the money machine, and with it you can run the world — at least until you run the economy into the ground.

– Lew Rockwell president of the Mises Institute

Hier der Link zu einer sehr aufschlußreichen Rede von Lew Rockwell:
The Case for the Barbarous Relic

Coup der Notenbanken im Kampf gegen die Vertrauenskrise

Nachdem diese Woche das Umfeld auf den Märkten extrem angespannt war, brauchte es wieder einmal eine beruhigende Maßnahme. Wie wir in unserem letzten Artikel (Interbankenmarkt am austrocknen) beschrieben haben, ist es für europäische Banken zunehmend schwerer geworden sich Dollar am Interbankenmarkt zu leihen.


Das Vertrauen unter den Banken war so gering, dass die Reserven lieber ohne Zins, aber sicher bei der Federal Reserve (FED) geparkt wurde. Speziell französische Banken waren im Blickfeld, da sie durch eine Pleite Griechenlands enorme Abschreibungen hinnehmen müssten, die sie vielleicht nicht überleben würden. Moody’s sah das genau so und das Rating von Societe Generale und Credit Agricole wurden herabgestuft.

Genau im richtigen Moment veröffentlichten die wichtigsten Zentralbanken (Europäische Zentralbank (EZB), die FED in den USA, sowie die Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz) eine gemeinsame Aktion um die Liquidität zu erhalten. Sie werden im Oktober, November und Dezember jeweils drei Monate laufende Dollar Refinanzierungsgeschäfte auflegen, bei denen sich die Banken die notwendigen Mittel zu einem Zinssatz von knapp über 1 % leihen können. Das heißt nichts anderes als das alle Banken in Europa, bei Bedarf so viele Dollar wie sie wollen, zu einem Zinssatz von 1 % von den Notbanken zur Verfügung gestellt bekommen!
Das löst auf ungeheuerliche Art ein Finanzierungsproblem der Banken, ändert aber nichts an der desaströsen Lage der Vermögenswerte in den Bilanzen der Banken. Die Probleme werden wieder einmal auf die lange Bank geschoben, aber nicht gelöst.
An den Aktienmärkte sorgte die Aktion bei den Banktiteln natürlich für ein Kursfeuerwerk.
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Interbankenmarkt am austrocknen, CDS auf Höchstständen

Immer dann, wenn die Banken sich untereinander weniger vertrauen ziehen sie es vor Ihre Reserven bei den Zentralbanken zu parken anstatt sich untereinander Geld zu leihen. Auch 2008 kam zu einem Zusammenbruch des Interbankenmarkts.


Der aktuelle Zusammenbruch kündigt sich bereits seit längerem an und scheint nun mehr und mehr zur Realität zu werden. Wenn der Interbankenmarkt zusammenbricht, leihen sich die Banken untereinander kein Geld mehr, eben weil sie nicht wissen, wie es um diejenige Bank, der sie Geld verleihen, bestellt ist und ob sie ihren Kredit wiederbekommen. Nun ist aber gerade jener Interbankenmarkt für die Funktionsfähigkeit unseres Weltfinanzsystems essentiell,

Factor Absorbing Funds FED

Factor Absorbing Funds FED

Die obige Grafik zeigt, dass amtliche Stellen und Zentralbanken auf massive Art und Weise ihre Reserven bei der Zentralbank der USA, der Federal Reserve, parken und sicher verwahren wollen.
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Ernüchternde Wirtschaftsdaten

Am Freitag hatten die Arbeitsmarktdaten für den August die Börsen weltweit weiter nach unten gezogen. Im August wurden in den USA keine Stellen neu geschaffen, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Die Arbeitslosenquote blieb bei 9,1 Prozent.


Die deutsche Wachstumslokomotive verlor an Fahrt, in Italien droht das Sparpaket wieder aufgeschnürt zu werden; Spanien stieß beim Verkauf von Anleihen auf eine schwache Nachfrage. Schließlich bleibt ein Fragezeichen hinter Griechenland, das Zeitungsberichten zufolge seine Defizitziele nicht erreicht.

Auch die Konjunkturdaten der USA entäuschten erneut. Das ursprünglich erwartete Wachstum für 2011 wurde um 0,90% nach unten korrigiert (von 2,6% auf 1,7%) und in 2012 von 3,60% auf 2,60%. Diese Zahlen sind immer noch optimistisch, denn es ist nicht zu erkennen, wie das BIP in den USA im nächsten Jahr um 2,60% steigen soll?!
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